Die Entscheidungen der Grimme-Preis-Jury fand ich in den letzten Jahren des Öfteren ziemlich seltsam, so zum Beispiel der Preis 2007 für Extreme Activity, eine Spielshow auf ProSieben mit Jürgen von der Lippe und einem derart dünnen Konzept, dass die Sendung heute schon längst vergessen ist. Trotzdem: Der Grimme-Preis hat Gewicht.
Deshalb freut es mich umso mehr, dass gegen meine sämtlichen Erwartungen Sido geht wählen nominiert wurde, ein großartiges Format, das zeigte, wie man Wahl- und Politikinformation betreibt für diejenigen, die daran für gewöhnlich direkt abprallen. Für mich die beste Wahlbegleitsendung der letzten Bundestagswahl. Ich habe das damals schon gebührend gelobt.
Dass die Sendung mit dem Rapper auf dem jugendaffinen Privatsender überhaupt von der Grimme-Jury wahr genommen wird, erstaunt mich. Wirklich ernst genommen hat man sie dann allerdings doch nicht, sonst wäre Sido geht wählen nicht in die Unterhaltungssparte einsortiert worden, wo es nun mit solchen Rohrkrepierern wie Broken Comedy konkurriert (mal wieder so ein Format, dessen Nominierung ich einfach nicht verstehen kann). Schade eigentlich.
Alle Nominierungen für den Grimme-Preis 2010 finden sich auf der offiziellen Website des Grimme-Instituts.

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