Am Freitag übertrug arte mit großem Erfolg die Erstaufführung der restaurierten Metropolis-Urfassung. Für mich als Kind des 90er-Fernsehens und Kinos trotz Interesse an klassischen Sciencefiction-Produktionen war der Film von 1927 der zweitälteste, den ich überhaupt je gesehen habe. Entsprechend überrascht war ich dann doch von der gestochen scharfen Qualität, des erhaltenen Materials der Kurzfassung (die neu eingeschnittenen Teile der langen Originalfassung waren dagegen in keinem so guten Zustand). Verglichen mit der Qualität von Flash Gordon Conquers the Universe (1940), das ich vor einer Weile gesehen habe war das enorm. Aber letzterer hat wohl auch nie eine pflegliche Behandlung oder gar Restaurierung gesehen und dürfte als C-Movie-Reihe sowieso möglichst billig produziert worden sein.
Zurück zu Metropolis. Eine Rezension des deutschen Mammutwerkes von Fritz Lang spare ich mir. Das haben hunderte Kritiker vor mir getan und viele von ihnen dürften schlichtweg mehr Ahnung von der Epoche haben als ich.
Ein besonderes Erlebnis und ein interessanter Einblick in die Kinogeschichte ist der Film allemal, aber ich kann jeden verstehen, der damit nichts anzufangen weiß. Der Film ist nicht nur schwarz-weiß und stumm, sondern passagenweise auch ziemlich ausdauernd und Ausdauer fordernd und arbeitet hauptsächlich über Symbolik (und das oft auch sehr gut) statt seinen Charakteren Tiefe zu geben. Ich gehe mit Fritz Langs Kritik am eigenen Werk daher durchaus konform, wenn er meint, eine Szene wie der durch “Mittler” Freder am Ende herbeigeführte Händedruck zwischen Oberschicht und Arbeiterschaft sei dem dargestellten Konflikt nicht würdig.
Dennoch ein Film den man gesehen haben sollte, wenn man sich für deutsche Filmgeschichte oder die Filmgeschichte der Sciencefiction interessiert, die sich später immer wieder Motiven des Films (wie dem Neuen Turm zu Babel) bedient hat. Die DVD wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.

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