Heute startet auf RTL II die neue Sciencefiction-Serie Stargate: Universe. Ich möchte hier weder den Pilotfilm reviewen (denn das hab ich schon getan, sieht Ende des Artikels) noch ausführlich auf die bisherigen Folgen zurückblicken. Sondern ein wenig warnen und aufklären. Nichts ist schlimmer als von einer Serie enttäuscht zu werden, weil man mit vollkommen falschen Erwartungen an die Sache herangeht (okay, vieles ist schlimer … ist nur so ne Floskel). Und das kann hier leicht passieren.
Liebe Stargate-Freunde: Das hier ist keine Stargate-Serie!
Zumindest nicht so, wie man es sich vorstellen würde. Ja, es gibt ein paar von den runden Sperrholztoren, die aussehen wie ein hochkant gestellter Whirlpool und wir erblicken in den ersten Folgen sogar ein paar altbekannte und alt gewordene Charaktere aus SG-1. Das war es aber auch. SG:U hat nicht diese coolen Typen, die immer einen lockeren Spruch auf den Lippen haben. Auch nicht diese lockere kumpelhafte Weltretteratmosphäre, nicht den Abenteuerdrang, neue Welten zu erforschen. Die Charaktere sind nicht sympathisch, sondern mit tiefen Abgründen behaftet. Es gibt keine Außerirdischen, die zwar aussehen wie Menschen, deren kulturelle und technologische Entwicklung aber vor hundert Jahren stehen geblieben scheint. Die einzelnen Folgen sind nur teilweise abgeschlossen. Es gibt keine Genies im Team, die jedes Problem im Handumdrehen und höchstens ein wenig Technobabble lösen können. Es gibt keine spektakulären Spezialeffekte. Und es gibt quasi keinen Humor.
Da steht nur Stargate auf der Verpackung, um Stargate-Fans zur neuen Serie zu locken. Man hätte das Stargate einfach quadratisch machen und der Serie einen anderen Titel geben können und niemandem wäre aufgefallen, dass es sich um eine Serie handelt, die im selben Kosmos wie SG-1 und SGA spielt. Wer eine Serie nach dem Schema dieser beiden (nicht wirklich) Vorgängerserien erwartet und erhofft, wird zwangsläufig enttäuscht.
Stargate: Universe ist düster gefilmt, bedient sich stilistisch stark bei Battlestar Galactica. Es setzt seinen Fokus nicht auf Weltraumabenteuer, sondern auf Charakterdramen, auf Konflikte zwischen den zentralen Figuren. Das Erzähltempo ist daher auch verhältnismäßig langsam wenn es um Elemente der Serienmythologie geht. Es ist ein interessanter Einsatz des Sciencefiction-Elements, wo es im Kern der Geschichte eigentlich nicht erforderlich gewesen wäre. Das gibt es heutzutage viel zu selten. Wer Sciencefiction dreht, überlädt seine Geschichte oft mit Raumschiffkämpfen, skurillen Aliens oder seltsamen Weltraumphänomenen. Dabei kann diese Umgebung auch einfach dazu herhalten, eine Geschichte zu abstrahieren und die wichtigen Thesen herauszuarbeiten, wie es in unserer gewohnten Gegenwart gar nicht realistisch möglich wäre. Stargate: Universe tut das.
Es tut das nicht sonderlich überzeugend. Die ersten Folgen ziehen sich enorm, manche charakterlichen Entwicklungen scheinen überzogen, einiges geschieht zu schnell, anderes zu langsam. Die zweite Reihe der Figuren kommt nicht so recht zum Zug, viele Charaktere machen nach den zehn bislang in den USA gesendeten Folgen noch einen recht schematischen Eindruck. Aber das ist eine andere Geschichte und man sollte nicht vergessen, dass diese Eindrucke auf nur zehn Folgen beruhen. Potential hat die Serie. Und das sieht man eben besser, wenn man sich nicht davon blenden lässt, dass sie nicht den eigenen Erwartungen entspricht.
Ein Review zum dreiteiligen Auftakt der Serie habe ich hier verfasst.

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