Meine Top 10 Deep Space Nine Episoden

AlphaOrange, 13. Juni 2009

Es ist eine Weile her seit ich meine persönlichen Top 10 aus The Next Generation veröffentlicht habe. Nun ist die Serie dran, die unter vielen Trekkies und SciFi-Fans allgemein auch heute noch ganz hoch im Kurs steht. Und die bereitete mir ganz schön Probleme. Denn obwohl ich die ersten und die letzte Staffel nicht besonders mag, war es fast unmöglich die Auswahl hervorragender Episoden auf zehn zu begrenzen. Durch’s Raster gefallen sind dabei letztendlich die Folgen, die im Spiegeluniversum spielten. Die hatten zwar immer einen besonderen Unterhaltungswert und waren cleverer gestrickt als ihr Vorbild bei TOS, doch zu wirklich erinnerungswürdigen Episoden hat es bei mir nicht gereicht. Das ist dagegen folgenden gelungen:

Platz 10: “4×07 – Kleine, grüne Männchen” (“Little Green Men”)

Natürlich kommt diese Hitliste nicht ohne eine typische Ferengi-Folge aus. “Kleine, grüne Männchen” bedient sich selbstironisch am Roswell-Mythos, der sich als unfreiwillige Zeitreise der Ferengi-Sippe um Quark entpuppt, und nutzt das Szenario zu zahlreichen amüsanten Momenten wie die anfänglichen Kommunikationsversuche der Menschen und Ferengi, deren Universalübersetzer defekt sind. Nicht in der Liste, aber ebenso amüsant: “Der glorreiche Ferengi” aus der sechsten Staffel.

Platz 9: “4×10 – Unser Mann Bashir” (“Our Man Bashir”)

Deep Space Nine benutzte dieses Plot Device im Gegensatz zu Next Generation und Voyager eher selten, aber wenn, dann richtig: Holodeck-Abenteuer mit Computerdefekten. “Unser Mann Bashir” ist eine wundervolle Hommage an die Agentenfilme der 60er und 70er, allen voran die James Bond Reihe. Hier wird kein typisches Agentenklischee ausgelassen, allen voran ein größenwahnsinniger Bösewicht mit dem Plan, die Menschheit zu zerstören. Die Folge gerät dabei aber nie zur Parodie, sondern zollt ihren Vorbildern Respekt. Die Charaktere in ungewohnten Rollen zu sehen, funktioniert hier hervorragend, allen voran Sisko als Bösewicht Dr. Noah.

Platz 8: “5×13 – Für die Uniform” (“For The Uniform”)

Dies ist die letzte große Maquis-Folge der Serie bevor der Maquis vom Dominion nahezu vollständig vernichtet wird. Der Maquis hat mich nie sonderlich interessiert, zu stockend wurde der entsprechende Handlungsbogen erzählt, die große Gefahr, die von ihm ausging, war eigentlich nie zu spüren. So erzählt “Für die Uniform” in erster Linie auch die Geschichte des Kampfes zwischen Sisko und Eddington. Dabei gelingt es, Siskos Reaktionen auf die Spitze zu treiben, ohne dass es dem Zuschauer allzu fragwürdig vorkommt (wie später bei Janeway oder Archer).

Platz 7: “6×14 – Das winzige Raumschiff” (“One Little Ship”)

Klar, Deep Space Nine hat Episoden mit ausgefeilteren Plots und Dialogen, mit einem logischeren Aufbau und überzeugendem Drama. Aber “Das winzige Raumschiff” ist einfach eine Fun-Episode mit grandiosen Effekten und einer ungewohnten Kameraarbeit.

Platz 6: “3×20 & 3×21 – Der geheimnisvolle Garak I + II” (“Improbable Course / The Die Is Cast”)

Die einzige Episode (bzw. Zweiteiler), die es aus den ersten drei Staffeln hier in die Liste geschafft hat. Das aber auch völlig zurecht. “Der geheimnisvolle Garak” baut auf dem Mysterium um unseren Lieblingsschneider auf und entfaltet sich als gigantischer politisch-militärischer Plot, der mit dem Angriff auf die angebliche Gründerwelt und der Zerstörung der romulanisch-cardassianischen Flotte ein Schlüsselereignis und einen Meilenstein im Dominion-Arc darstellt, der sich von da an mit zunehmender Geschwindigkeit entfaltet.

Platz 5: “6×06 – Sieg oder Niederlage?” (“Sacrifice Of Angels”)

Als Abschluss der über sechs Episoden ausgedehnten Auftaktgeschichte der sechsten Staffel um die Belagerung und Rückeroberung von Deep Space Nine gelingt es der Folge geschickt, die Spannungsbögen auf die Spitze zu treiben. Darüber hinaus bietet “Sieg oder Niederlage?” mit dem Raumkampf von vielen hundert Schiffen eine Materialschlacht, die es davor und danach niemals im Fernsehen zu sehen gab. Eine Top-Position verhindert allein die etwas magere Auflösung.

Platz 4: “5×06 – Immer die Last mit den Tribbles” (“Trials and Tribble-ations”)

Zum 30. Geburtstag von Star Trek wurde Deep Space Nine etwas besonderes gegönnt: ein Trip in die Vergangenheit. Doch “Immer die Last mit den Tribbles” ist keine x-beliebige Zeitreise-Folge: die DS9-Crew landet in der Zeit von Captain Kirk bzw. in der Episode “Kennen Sie Tribbles?”. Mit perfekten Nachbauten der alten Kulissen und perfekter Tricktechnik werden die Charaktere in die alten Szenen eingebunden, agieren teilweise sogar mit der Originalcrew. Auch der Humor kommt bei Weitem nicht zu kurz, denn die Episode ist angefüllt mit Selbstironie und Anspielungen über die alten Uniformen, das merkwürdige Aussehen der Klingonen oder Kirks ständige Eingriffe in die Zeitlinie. So muss eine Jubiläumsfolge aussehen!

Platz 3: “6×13 – Jenseits der Sterne” (“Far Beyond The Stars”)

“Jenseits der Sterne” ist eine absolute Ausnahmeepisode. Wie “Unser Mann Bashir” nehmen die Schauspieler neue Rollen in einer anderen Umgebung ein, nur dass es hier keine Persiflage gibt, sondern eine viel tiefergehende Geschichte um Rassismus und das Prinzip Hoffnung erzählt wird. Dies ergibt eine emotionale und einfühlsame Story, die ein Exempel darstellt, zu welchen Leistungen Star Trek fähig ist. Einfach ein brillantes Stück Fernsehen.

Platz 2: “5×26 – Zu den Waffen!” (“Call To Arms!”)

Ein wahres Kunstwerk von spannungsgeladener Fernsehunterhaltung und das wohl beste Staffelfinale der Star Trek Geschichte. “Zu den Waffen!” beginnt ruhig und zieht dann die Spannungsschraube gewaltig an, gipfelt in einer famosen Schlacht um Deep Space Nine und einem massiven Cliffhanger (und der genialen Einbindung von Siskos Baseball). Dabei gelingt es den Autoren, die Figuren optimal für die kommenden Aufgaben zu platzieren und eine wegweisende Ordnung im Star Trek Universum herzustellen: Waffenstillstände werden unterzeichnet, Fronten gebildet und der Krieg gegen das Dominion bricht endgültig aus. Spannender kann man eine Staffel nicht abschließen.

Platz 1: “6×19 – In fahlem Mondlicht” (“In The Pale Moonlight”)

Mein ganz persönlicher Favorit und die beste Star Trek Episode, die ich je gesehen habe. Die Episode ist angenehm zurückhaltend inszeniert, stellt aber ein Schlüsselereignis der Serie dar: den Beitritt der Romulaner in den Krieg gegen das Dominion. Die Geschichte dahinter ist ein beeindruckendes Spiel zwischen Sisko und Garak, die beide perfekt in Szene gesetzt werden. Sisko stellt zum ersten Mal fest, dass er Grenzen übertreten muss, die er nie übertreten wollte. So prägt die Episode eine außergewöhnlich düstere Atmosphäre, getragen von der depressiven Stimmung auf der Station und Siskos Selbstzweifeln. So ist auch der erzählerische Rahmen – ein Logbucheintrag von Sisko, den er am Schluss wieder löscht – optimal eingesetzt. Vielleicht nicht objektiv das Highlight der Serie, aber für mich auf jeden Fall!

2 Kommentare

  1. [...] schon den semi-professionellen Anspruch spürt und nicht mit der Qualität der letzten Voyager oder DS9 Staffel mithalten [...]

  2. [...] schon den semi-professionellen Anspruch spürt und nicht mit der Qualität der letzten Voyager oder DS9 Staffel mithalten [...]

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